USA und Partner sagen Kiew Stärkung der Luftabwehr zu (2024)

Ein russisches Gericht hat einen Haftbefehl gegen Julia Nawalnaja, die Witwe von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny, erlassen. Die ukrainische Hauptstadt trauert um die Opfer eines schweren russischen Bombardements. Alle Nachrichten zum Krieg in der Ukraine im Newsticker.

Kinderklinik: Ukraine zeigt Belege für russische Rakete

13.15 Uhr: Nach dem verheerenden Raketeneinschlag in ein Gebäude eines Kinderkrankenhauses in der Hauptstadt Kiew hat das ukrainische Justizministerium Belege für eine russische Rakete veröffentlicht. „Spezifische Konstruktionsbesonderheiten der gefundenen Trümmerteile und entsprechende typische Markierungen zeugen vom Einsatz eines strategischen Marschflugkörpers des Typs Ch-101“, sagte Vizejustizminister Andrij Hajtschenko gemäß einer Mitteilung.

Derartige Raketen haben einen Sprengkopf mit einem Gewicht von etwa 400 Kilogramm und eine Reichweite von bis zu 5000 Kilometer. Es seien insgesamt mehr als 30 Fragmente der Rakete gefunden worden, darunter Teile des Triebwerks und der Flügel. Zuvor hatte bereits der ukrainische Geheimdienst SBU Fotos von Trümmerteilen einer Ch-101-Rakete vorgelegt.

Nato bereitet sich auf Trump vor und will unabhängiger von den USA werden

11.30 Uhr: Die Nato bereitet sich offenbar auf einen möglichen Wahlsieg von Donald Trump vor. So plant das Verteidigungsbündnis, künftig die Koordinierung von Militärhilfen anderer Länder von den USA unabhängiger zu machen. Wie „Bild“ berichtet, kontrolliere ein von den USA geführtes Kommando derzeit von Wiesbaden aus die Waffenlieferungen in die Ukraine - nun will die Nato ein neues Hauptquartier zu eröffnen. Dann soll es für Mitgliedstaaten und Industrie verpflichtend werden, dem Bündnis Militärhilfen und Lieferzeiten anzukündigen.

„Und vor allen Dingen soll es Trump-sicher sein. Weil Trump, sollte er ans Ruder kommen, ein amerikanisches Kommando jederzeit mit einem Federstrich dicht machen kann", sagt Militärexperte Gustav Gressel gegenüber „Bild“. In der Vergangenheit kündigte Trump bereits an, den Ukraine-Krieg innerhalb „von 24 Stunden“ zu beenden.

Eklat nach UN-Treffen: Russen servieren „Kiewer Kotelett“

09.15 Uhr: Unmittelbar nach dem blutigen Angriff auf ein Kinderkrankenhaus in Kiew legte Russland diplomatisch nach - und lud nach der Übernahme des Vorsitzes im UN-Sicherheitsrat die Delegation zu einem Essen ein. Dabei stand auf der Speisekarte das Gericht „Kiewer Kotelett“ ("Chicken Kiew"). Darüber berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur „Ukrinform“.

„Ich kann nicht verstehen, wie jemand Nebensja die Hand schütteln und eine Einladung zum Mittagessen mit ihm annehmen kann, das mit Blutgeld bezahlt wird“, sagte der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kislizia.

Bei der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates bestritt der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja erneut die Schuld für den Angriff auf das Kinderkrankenhaus in Kiew. Nach Einschätzung der UN und von Experten wurde die Klinik von einer russischen Rakete des Typs Kh-101 getroffen.

Roth: „Wir sind zu zögerlich – und das weiß der Typ im Kreml“

08.58 Uhr: Michael Roth, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, hat die Ankündigung des US-Präsidenten Joe Biden und weiterer Nato-Partner, der Ukraine fünf weitere Luftverteidigungs-Systeme zur Verfügung zu stellen, als unzureichend kritisiert. „Biden sagte gestern, die Unterstützung der NATO bleibe stark, aber sie ist nicht stark genug. Das haben wir ja gestern auch bei diesem furchtbaren Angriff auf ein Kiewer Kinderkrankenhaus erlebt“, so Roth im RTL/ntv-Frühstart.

„Diese fünf Flugabwehr- oder Luftabwehrsysteme, über die diskutieren wir jetzt seit Monaten. Wir sind zu zögerlich, wir sind zu langsam. Wir sind nicht entschlossen genug. Und das weiß der Typ im Kreml“, so der SPD-Politiker weiter. „Und deswegen kann ich nur an alle appellieren, vor allem an alle Nato-Mitglieder, jetzt endlich mehr zu tun. Denn dieses Durchwurschteln in Sachen Unterstützung der Ukraine, die muss gestoppt werden.“

USA und Partner sagen Kiew Stärkung der Luftabwehr zu

Mittwoch, 10. Juli, 00.50 Uhr: Die USA und weitere Nato-Staaten wollen der Ukraine zusätzliche Ausrüstung zur Abwehr russischer Luftangriffe liefern. Das kündigte US-Präsident Joe Biden bei einem Festakt zum 75-jährigen Bestehen des Verteidigungsbündnisses in Washington an. In einem gemeinsamen Statement der USA und mehrerer Partner war auch die Rede von „zusätzlichen“ Patriot-Luftabwehrsystemen.

Gericht in Moskau stellt Haftbefehl gegen Nawalnaja aus

18.20 Uhr: Ein russisches Gericht hat Haftbefehl gegen die im Ausland lebende Oppositionspolitikerin Julia Nawalnaja erlassen. Das Gericht habe dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft wegen des Verdachts der Beteiligung an einer extremistischen Organisation stattgegeben, teilte ein Gerichtssprecher in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Die U-Haft sei zunächst auf zwei Monate angesetzt und werde nach der Auslieferung Nawalnajas nach Russland in Kraft treten. Die Politikerin wurde zur Fahndung ausgeschrieben.

Julia Nawalnaja ist die Witwe des russischen Kremlkritikers Alexej Nawalny, der im Februar in einem Straflager nördlich des Polarkreises unter ungeklärten Umständen starb. Nawalnaja hat für den Tod ihres Mannes Kremlchef Wladimir Putin verantwortlich gemacht und angekündigt, den Kampf Nawalnys für Demokratie in Russland fortsetzen zu wollen. Nawalny wurde von russischen Gerichten unter anderem wegen Extremismus zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

Nawalnaja selbst lebt wegen der Gefahr, die ihr in Russland droht, im Ausland. Sie hat bislang keine Angaben dazu gemacht, wann sie nach Russland zurückkehren will. Allerdings sind Menschen, die von der russischen Führung als feindlich eingestuft werden, auch im Ausland nicht immer sicher. Immer wieder gibt es Fälle, bei denen russische Oppositionelle Opfer von Anschlägen werden.

Raketenangriff auf Kiew: Totes Kind aus Trümmern geborgen

08.41 Uhr: Aus den Trümmern eines beschädigten Wohnhauses in Kiew ist in der Nacht ein vermisster Junge tot geborgen worden. Das teilte der Katastrophenschutz der ukrainischen Hauptstadt nach dem verheerenden russischen Luftangriff vom Montag mit. Durch die Einschläge mehrerer Raketen und Marschflugkörper in der Dreimillionenstadt wurden nach letztem Stand 27 Menschen getötet, darunter 4 Kinder. 117 Menschen wurden demnach verletzt. Weitere Opfer gab es im Gebiet Dnipropetrowsk im Süden. Damit hat die Ukraine insgesamt mindestens 37 Tote und 170 Verletzte durch die jüngsten Angriffe zu beklagen.

In Kiew ist für heute ein Trauertag angesetzt. Dramatische Folgen hatte ein Treffer auf eins der wichtigsten Kinderkrankenhäuser der Ukraine in der Hauptstadt Kiew. Hunderte Retter und Freiwillige suchten in den Trümmern weiter nach Verschütteten. Gerettete krebskranke Kinder an Infusionsgeräten saßen auf dem Schoß ihrer Mütter auf der Straße. In der Klinik wurden zwei Erwachsene getötet, darunter eine Ärztin. Die Ukraine geht von einem gezielten Angriff aus, weil Videobilder den durch nichts gehinderten Anflug eines Marschflugkörpers auf das Gebäude zeigen. Das russische Militär spricht dagegen ohne Beweise vom Fehleinsatz einer ukrainischen Luftabwehrrakete.

In einem großen Wohnhaus in der Nähe der Klinik wurden sieben Menschen getötet, darunter drei Kinder. Zwei Menschen starben in einer nicht näher bezeichneten Industrieanlage. Inoffizielle Berichte gehen von Angriffen auf ein Rüstungsunternehmen aus. In einem weiteren teilweise zerstörten Krankenhaus kamen neun Menschen ums Leben, in einem Geschäftszentrum sieben Menschen.

Über den verheerenden Angriff will am Nachmittag der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York beraten. Weil Russland als ständiges Mitglied in dem höchsten UN-Gremium aber ein Vetorecht hat, wird nicht mit einer Verurteilung Moskaus gerechnet. Die Ukraine wehrt seit mehr als zwei Jahren eine großangelegte russische Invasion ab.

UN-Menschenrechtschef verurteilt russischen Angriff auf Krankenhaus

Dienstag, 9. Juli, 07.45 Uhr: Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, verurteilt die jüngsten russischen Raketenangriffe auf dicht besiedelte Gebiete in der Ukraine und ein Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Kiew. „Unter den Opfern waren die kränksten Kinder der Ukraine„, sagte er in Genf. Schockierender Weise sei bei einem der Angriffe die Intensivstation des größten Kinderkrankenhauses der Ukraine schwer beschädigt und die Dialyseabteilung zerstört worden. „Das ist abscheulich„, sagte Türk. “Wer Einfluss hat, muss alles tun, damit diese Angriffe sofort aufhören.“

Bei den Raketenangriffen waren am Montag fast 40 Menschen ums Leben gekommen. Eine der größten Kinderkliniken in Kiew wurde schwer beschädigt. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von 16 Verletzten in dem Krankenhaus, unter ihnen sieben Kinder. Zwei der Verletzten starben demnach.

Türk berichtete weiter, das gesamte Krankenhaus sei den Gesundheitsbehörden zufolge nun ohne Strom, was den Einsatz von Beatmungsgeräten und andere dringende Behandlungen verhindere. Sein Team habe den Ort kurz nach dem Angriff besucht und beobachtet, wie Kinder in Krankenhausbetten, die in Parks und auf Straßen aufgestellt waren, inmitten von Staub, Chaos und Trümmern behandelt worden seien.

Ebenfalls in Kiew wurden Türks Angaben zufolge mindestens sieben Zivilisten in einem der größten Zentren für Frauengesundheit in der Ukraine durch herabstürzende Trümmer einer über der Einrichtung abgefangenen Rakete getötet. “Diese jüngsten schweren Angriffe auf die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur müssen unverzüglich, gründlich und unabhängig untersucht werden, und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, forderte er.

Bundesregierung sichert Hilfe für Kinder aus Ukraine zu

19.51 Uhr: Nach dem Raketenangriff auf eine Kinderklinik in Kiew sichert die Bundesregierung der Ukraine die Versorgung von kranken Kindern in Deutschland zu. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb auf der Plattform X, er habe seinem Amtskollegen Wiktor Ljaschko zugesagt, „dass wir kranke Kinder in Not jederzeit aufnehmen, der nächste Rettungsflug startet schon am Mittwoch“. Weiter schrieb er: „Putin hat durch gezielten Angriff auf Kinderkrankenhaus erneut gezeigt: Er ist ein Kriegsverbrecher.“

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Oleksij Makejew, dankte Lauterbach auf X für seine „aktive Solidarität und mitfühlende Menschlichkeit“. Das könne Kinderleben retten. Die Bundesregierung hat seit Beginn des Kriegs mehrfach Erkrankte und Verletzte aus der Ukraine zur Behandlung in Deutschland aufgenommen, zudem auch Kinder mit palliativem Pflegebedarf.

Bei einem russischen Raketenangriff auf die Ukraine wurde am Montag eine der größten Kinderkliniken des Landes in Kiew getroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von 16 Verletzten in dem Krankenhaus, unter ihnen sieben Kinder. Zwei der Verletzten starben demnach.

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